Aktuelles
> Essstörungen im...

Essstörungen im Fokus
Pädagogik LK der Stufe 12 besucht die Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie in Münster
Ende Februar 2010 haben wir mit dem Leistungskurs Pädagogik der Stufe 12 eine Exkursion zur Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie in Münster unternommen. In dieser Klinik werden ca. 30 Personen innerhalb von 1-3 Monaten therapiert.
Wir hörten einen zweistündigen Vortrag der Psychotherapeutin Frau Möller, die uns in die Thematik der Essstörungen einführte. Zudem nannte sie einige Fakten über die Klinik und deren Behandlungsmethoden. Die Klinik setzt ihre Schwerpunkte auf die individuelle Therapie von Angststörungen, Zwangserkrankungen, Essstörungen, Depressionen, dem Asperger-Syndrom, Posttraumatischen Belastungen sowie auf den Rückfall bei Suchtmittelabhängigkeit.
Frau Möller informierte uns detailliert über die Unterschiede zwischen zweien der drei verschiedenen Ausprägungen von Essstörungen: die „Bulimia nervosa“ ( Ess-Brech-Sucht ) und die „Anorexia nervosa“ ( Magersucht ). Unbekannt für uns war, dass zwischen diesen beiden Essstörungen nicht im Essen und anschließendem Erbrechen, sondern im BMI differenziert wird. Denn auch bei einer Magersucht kann der Betroffene unter Essanfällen und anschließendem Erbrechen leiden. Bei einem BMI von weniger als 17,5 kg/m² spricht man von Magersucht, wobei Bulimie-Erkrankte oftmals normalgewichtig sind. 95 % der Magersucht-Erkrankten sind Mädchen und Frauen. Sehr schockierend war es für uns außerdem, als Frau Möller uns von der hohen Sterberate von 10% der Magersüchtigen erzählte. Weitere Folgen von Essstörungen sind: Unterernährung, Verätzung der Speiseröhre, Herz-Kreislaufstörungen, Wasserverlust, Hormonstörungen, psychische Störungen, Zähnschäden und Knochenschäden.
Anschließend führten wir ein Gespräch mit einer an Anorexia nervosa erkrankten Patientin. Sie informierte uns über die Ursachen ihrer Erkrankung (Selbstwertprobleme, Leistungsdruck, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper aufgrund des Konkurrenzkampfes in ihrer Klasse und familiäre Probleme) und über den Verlauf ihrer Krankheit, sowie über den Tagesablauf in der Christoph-Dornier-Klinik. Dieser Tagesablauf ist sehr strikt, denn er sieht 5 Mahlzeiten am Tag und eine wöchentliche Gewichtszunahme von mehr als 1 kg/ Patient vor. Die Patientin, die nach erfolgreicher Therapie in Kürze entlassen wird, erkrankte im Alter von 10 Jahren an Magersucht; sie ist mittlerweile 15 Jahre alt und war bereits in mehreren Kliniken zur Behandlung.
Sowohl der Vortrag als auch das Gespräch mit der Patientin waren sehr informativ. Vor allem auch das Gespräch mit der Patientin hat uns emotional stark berührt und uns zum Nachdenken über das Schicksal der Erkrankten angeregt.
Zurück
< Druckversion >
|