Abiturfeier 2009
108 Abiturientinnen und Abiturienten wurden feierlich von der Canisiusschule verabschiedet
Abiturentlassung 2009
Am Samstag, dem 27.6.09, wurde der Abiturjahrgang 2009 in einem feierlichen Festakt von der Canisiusschule verabschiedet.
Den Auftakt der Entlassfeier bildete ein Gottesdienst in der Marienkirche, den die Abiturientinnen und Abiturienten unter das Motto „Baustelle Leben“ gestellt hatten. Sie machten deutlich, dass jeder Einzelne die Möglichkeit und die Verpflichtung hat, sein eigenes Leben mit Bausteinen wie Visionen, Selbständigkeit, Mut, Glaube und dem Streben nach Vollendung zu gestalten. Dabei vertraue man auf „Gott als Fundament“, das trägt und schützt.
Bei der anschließenden feierlichen Verabschiedung in der Aula unserer Schule wurden die vielen Möglichkeiten hervorgehoben, die den Abiturientinnen und Abiturienten nun offenstehen. Nicht verschweigen wollten die Redner aber die großen Herausforderungen, die eine globalisierte, beschleunigte, pluralistische Weltordnung besonders für junge Menschen mit sich bringt.
Für die Eltern sprach Herr Andreas Groten zu den Anwesenden. Er zeigte Ambivalenzen in Bezug auf abstrakte, von den Abiturientinnen und Abiturienten verwendete Begrifflichkeiten auf, ging auf die Chancen und Schwierigkeiten für Schulabgänger in der heutigen Welt ein und reflektierte das Wirken der Schulgemeinschaft. Vor allem aber wagte er ein Experiment: In Anlehnung an den preisgekrönten Film „Wie im Himmel“ wollte er zusammen mit den Anwesenden den ‚Klang der Gemeinschaft‘ erzeugen. Dazu forderte er jeden Einzelnen auf, in sich zu gehen, seinen eigenen Ton zu entdecken und diesen als Summton in die Gemeinschaft einzubringen. Besser könnte man das Schulmotto „Ut omnes unum sint“ kaum umsetzen. Zugegeben: Für viele der Anwesenden schien dieses Experiment doch etwas zu progressiv zu sein. Einen Versuch war es allemal wert.
In einer humorvollen und charmant vorgetragenen Rede vermittelten Lena Bohmert und Pia Liebermann Eindrücke aus der Oberstufenzeit. Besonders sei man gewesen. So habe man die originellste Mottowoche gehabt, habe unvergessliche Abende in der Toskana erlebt, viel gelernt und als Heinzelmännchen körperlich hart gearbeitet. Nicht zuletzt habe es in der Stufe einen hervorragenden Zusammenhalt gegeben. Abschließend gingen die Rednerinnen auf das Abiturmotto der Stufe, TrABI 09, ein. So wie die Wende viele Deutsche befreit habe, so seien den Schülerinnen und Schülern am Tag der Entlassung neue Freiheiten geschenkt, neue Herausforderungen beschert worden. Die Lebenswelt habe sich schlagartig verändert. Nun sei es an der Zeit, tragfähige Brücken in die eigene Zukunft zu bauen. Im Namen der Abiturientia 2009 bedankten sie sich besonders bei ihrer „Stufenmama“ Frau Weiland für ihr Engagement und ihre sehr menschliche Art der Unterstützung. Gedankt wurde darüber hinaus den Leistungskurslehrern, den ehemaligen Klassenlehrern, den Sekretärinnen und dem Hausmeister.
Als Vertreter der Stadt Ahaus wandte sich Bürgermeister Felix Büter an die Abiturientinnen und Abiturienten. Neben seiner Betrachtung der Möglichkeiten und Risiken, die auf Schulabgänger in heutiger Zeit warten, betonte er die Bedeutung junger Menschen für die Funktionsfähigkeit des Gemeinwesens. Insbesondere den Schutz der freiheitlich demokratischen Grundordnung unseres Staates und den Werten des Grundgesetzes stellte der Bürgermeister in diesem Zusammenhang in den Vordergrund.
Der Schulleiter der Canisiusschule, Herr Ulrich Walters, stellte zu Beginn seiner Rede fest, der Abiturjahrgang 2009 sei von einer Ungewissheit bezüglich der Zukunft deutlicher berührt als viele Jahrgänge davor. Die globale Vertrauenskrise habe sich inzwischen zu einer kulturellen und damit auch zu einer Bildungskrise entwickelt. Der Begriff ‚Bildung‘ bedürfe deshalb gerade in heutiger Zeit einer Präzisierung. Die Canisiusschule verstehe sich ausdrücklich als Bildungs- nicht als reine Ausbildungsstätte. Sie folge dabei dem Ideal Humboldts und wolle Menschen dazu befähigen, seine Gesamtpersönlichkeit zu entfalten. „Mensch, werde, was du bist!“ Es gelte, den Freiheitsspielraum der einzelnen Persönlichkeit in sozialer Verantwortung für die Allgemeinheit zu entfalten. Das gymnasial vermittelte Wissen müsse „ein auf den ganzen Menschen hin geöffnetes und im Blick auf das Ganze öffnendes Wissen sein, ein Wissen, das nach Wahrheit strebt.“ Diese Art von Wissen sei geeignet, dem Treiben einer „transzendenzlosen, egozentrierten und auf bloße Bequemlichkeit ausgerichtete Konsum- und Freizeitgesellschaft“ entgegen zu wirken.
Für eine hochklassige musikalische Begleitung der Entlassfeier sorgte der instrumentalpraktische Kurs unter der Leitung von Frau Jennifer Lorig. Weitere musikalische Höhepunkte boten Christina Niehues, die am Klavier das Stück „Clair de lune“ von Claude Debussy interpretierte, und Ines Vinkelau, die begleitet von Herrn Norbert van der Linde die Arie ‚Oluce di quest‘ anima‘ von Donizetti präsentierte. Für ihre beeindruckende Bühnenpräsenz und ihre sehr guten gesanglichen Qualitäten erhielt Ines Vinkelau verdientermaßen „standing ovations“ aller Anwesenden.
Der Aushändigung der Abiturzeugnisse und der Ehrungen der Jahrgangsbesten, Stipendiaten und Förderpreisträgern folgte ein ausgelassener Sektempfang, der – zum Leidwesen des instrumentalpraktischen Kurses – schon recht früh eine deutlich wahrnehmbare akustische Eigendynamik entwickelte.
Fotos vom Gottesdienst und der Entlassfeier finden Sie hier
Kurz notiert
Die Terminpläne für die ABI-Vorklausuren sind online.



