Ganztag
Informieren Sie sich über den aktuellen Entwicklungsstand des Ganztagskonzeptes der Canisiusschule
Ausbau der Übermittagsbetreuung / Behutsamer Übergang zur Ganztagsschule
I. Modelle
Es existieren zwei Modelle von Ganztagsschulen:
1. Die (gebundene) Ganztagsschule
2. Die „Offene Ganztagsschule“
ad 1
Merkmale der (gebundenen) Ganztagsschule
a) Obligatorische und für alle Schüler verpflichtende Schulzeit bis in den Nachmittag
b) Mittagessen
c) Inhaltliche Verbindungen von Vor- und Nachmittagsangeboten (Unterricht und ergänzende Angebote sind dabei so miteinander zu verschränken, dass ein optimaler Lernrhythmus für die Schüler entsteht)
ad 2
Im Gegensatz zur (gebundenen) Ganztagsschule orientiert sich die „Offene Ganztagsschule“ überwiegend an der klassischen Unterrichtsstruktur der Halbtagsschule und bietet nach dem Mittagessen ein zusätzliches, freiwilliges Nachmittags-Programm. Jeweils zu Beginn des Schuljahres müssen Eltern und Kinder entscheiden, ob und inwieweit das Ganztagsangebot wahrgenommen werden soll.
II. Ziele
Von Seiten des Ministeriums für Schule und Weiterbildung (MSW) werden folgende Ziele als überragend angesehen:
- Kindern mehr Bildungschancen eröffnen
- Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern
Weitere Ziele / Aspekte:
1. Veränderte Lernkultur
- Mehr Zeit für erfahrungs- oder handlungsorientiertes, selbstständiges und eigenaktives Lernen der Schüler
- Möglichkeiten zur Altersmischung in Projekten und Ags
- Möglichkeit zur besseren Rhythmisierung des Schultages
2. Förderangebote
- Mehr Zeit für persönlichkeitsfördernde Spiel- und Erfahrungsmöglichkeiten für alle Schüler
- Mehr Zeit für Förderkurse (mit binnendifferenzierten Lernformen)
- Förderungen von Interessen und Neigungen der Schüler
3. Soziales Lernen
- Förderung von sozialem Lernen durch gemeinsames Essen, Feste, Aufführungen usw.
- Mehr Zeit für das Miteinander
- Mehr Möglichkeiten der Partizipation an Entscheidungsprozessen
4. Öffnung der Schule
- Angebote außerhalb der Regelschulzeit (z.B. am Nachmittag)
- Einbeziehen von Angeboten „Dritter“, die die Schulen nicht leisten könnten
III. Ist-Situation an der Canisiusschule
Die Gremien (Schul- und Lehrerkonferenz) der Schule haben sich für das Konzept der „Offenen Ganztagsschule“ entschieden. Die Entscheidung der Schulkonferenz fiel am 16. Dezember 2008.
Wir haben nun folgende fünf Bereiche in Angriff genommen. Dabei werden wir unsere diesbezüglichen Erfahrungen auswerten und unsere Angebote jeweils neu kalibrieren.
1. Mittagessen
Wir werden im neuen Schuljahr mit Herrn Beckers einen neuen Essensanbieter bekommen. Da die bisherigen Einschätzungen und Erfahrungen bezüglich dieses Anbieters sehr positiv sind, gehen wir von einem größeren Zuspruch auf Seiten der SuS für das Mittagessen aus.
2. Betreute Mittagspause
Alle SuS, die nachmittags entweder in der 8./9. Stunde Unterricht haben oder sich für die Hausaufgabenbetreuung (plus ggf. Ag-Teilnahme) entschieden haben, werden nach der Einnahme des Mittagessens (12.55 Uhr bis ca. 13.10 Uhr) in der Zeit zwischen 13.10- 13.40 Uhr von Schülern der Jahrgangsstufe 11 und 12 betreut. Dies ist Teil der Schulgesetzgebung und daher nicht fakultativ [vgl. RdErl. vom 23.10.2003 (BASS 12-63 Nr. 2); RdErl vom 25.1.2006 (53-6.03.13-35734-2)].
An unserer Schule bieten wir zwei Formen der betreuten Mittagspause an:
a) die bewegte Mittagspause
b) die beruhigende Mittagspause
3. Hausaufgabenbetreuung
Von 13.40-15.10 Uhr wird eine Hausaufgabenbetreuung für die Jahrgangsstufen 5 bis 8 angeboten. Dies wird ab dem nächsten Schuljahr auch auf die Klassen 9 ausgeweitet.
In diesem Schuljahr ist hier die Nachfrage noch eher gering. Wir haben vier Kleingruppen, die von leistungsstarken SuS betreut werden.
4. Ags
Im Rahmen der „Offenen Ganztagsschule“ haben wir für die 5er bis 8er Klassen unser Ag-Angebot deutlich ausgebaut. Etwa 100 SuS der Klassen 5-8 haben sich für die neuen Nachmittagsangebote im Ag-Bereich angemeldet und nehmen nun seit Februar 2009 daran teil (Englisches Theater, Dance4Fans, Chemie-Ag, Mathe-Ag, Tai Chi, Spieletester-Ag, Stimmbildungs-Ag).
5. Förderangebote
Für die Jahrgangsstufe 9 wird in Kürze den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch und Latein in Kleinstgruppen eine Förderung angeboten. Zunächst bieten wir dies für lernschwächere SuS an, bei denen Lernrückstände aufzuholen sind bzw. bei denen aufgrund des momentanen Leistungs- und Zensurenbildes ein „,mangelhaft“ in einem Hauptfach nicht ausgeschlossen werden kann und ggf. die Versetzung gefährdet ist.
Ansonsten stellen natürlich Ags wie die Mathe-Ag, die Chemie-Ag, die Ag „Englisches Theater“ und natürlich auch fast alle anderen Ags, die wir bisher schon angeboten haben, Förderangebote dar und zwar hier im Sinne einer Förderung von individuellen Stärken und Begabungen.
Weiterhin bieten wir für 20 leistungsstarke SuS der 9.2 und 10.1 letztmalig das Springermodell an. Diese SuS können dann im Januar 2010 in die 11.2 springen.
IV. Weitere Planung
1. Mittagessen / Cafeteria
Spätestens im nächsten Schuljahr wird uns ein neuer großer Speiseraum zur Verfügung stehen (Räume im Flur hinter der Aula). Mittelfristig ergänzt werden soll dies durch eine Cafeteria, die z.B. in den jetzigen Schüleraufenthaltsräumen ihren Platz haben könnte. Ein solcher Raum kann im Idealfall auch zu einem „Raum der Begegnung“ von Schülern, Lehrern und Eltern werden. Auf alle Fälle wird er das Schulleben bereichern (Schlagwort „Schule als Lebensort“).
Das Bestellsystem soll auf ein internetbasiertes digitales Bestell- und Buchungsverfahren umgestellt werden.
2. Betreute Mittagspause
Durch den Runderlass des MSW (s.o.) ist geregelt, dass die SuS während der Mittagspause beaufsichtigt werden müssen. Bis zum 31. Januar 2011 sind Ausnahmeregelungen bezüglich der Länge der Mittagspause zugelassen. Danach darf die Mittagspause 60 Minuten nicht mehr unterschreiten.
3. Hausaufgabenbetreuung
Da wir in diesem Schuljahr aus verschiedenen Gründen dieses Angebot nur zum neuen Halbjahr anbieten konnten, stand für viele SuS der „Jahreswochenplan“ bezüglich des Nachmittags (Freizeitgestaltung) schon fest. Wir gehen davon aus, dass sich in den kommenden Schuljahren deutlich mehr SuS für dieses Angebot entscheiden.
Die Hausaufgabenbetreuer werden weiterhin SuS der Oberstufe sein, die dann aber zeitnah nach den Sommerferien an Fortbildungsangeboten teilnehmen sollen („Schülertutoren“).
4. Ags
Wir werden bereits nach den Osterferien drei bis vier weitere Ags anbieten („Das ABC der Partyküche“; „Tastschreiben“; „Eine Reise um die Welt“; ggf. „Historische Tänze“). Weitere Angebote im Bereich Fremdsprachen, Theater, Kunst, Sport und Bewegung sind für die Zeit nach den Sommerferien in Planung [„High Motion Ag“ der KSJ, Angebote von Vfl-Übungsleitern im Bereich Bewegung und Sport; Theaterpädagogen, Künstler; weiterhin auch die beim ersten Mal wenig nachgefragten Ags aus dem Bereich Entspannung und Konzentration (Qi Gong, Jacobsen, Autogenes Training)].
Wenn wir mehr Erfahrungen bezüglich der Präferenzen unserer SuS haben werden, können wir unsere Angebote noch genauer anpassen.
5. Förderung
Unsere Angebote im Bereich der Förderung sollen zeitnah weiter ausgebaut werden und in ein Gesamtförderkonzept eingebettet werden. Dabei wollen wir nicht nur die lernschwächeren SuS, sondern auch vermehrt die individuellen Begabungen und Stärken fördern. Dazu werden wir unsere bisherigen Förderangebote ausweiten und uns im Bereich der pädagogischen Diagnostik stärker vernetzen. So können z.B. Unter-Mittel- und Oberstufenleiter und Klassen- und Fachlehrer noch stärker Lernrückstände und den Förderbedarf gemeinsam ermitteln.
Der Freitagnachmittag soll bei uns weiterhin vom Ganztagsangebot ausgenommen bleiben.
Ein weiterer Ausbau unserer Schule zur Ganztagsschule tangiert auch Fragen wie die Öffnung von Schule, Gestaltung der Schule als Lebensraum, Rhythmisierung des Schultages (Doppelstunden-Modell respektive 60-Minuten-Modell; Pausenstruktur, hier insbesondere die Mittagspause).
Weiterhin muss diskutiert werden, inwieweit bestimmte Angebote auch einen höheren Verbindlichkeitscharakter erhalten (vgl. den Ganztagserlass des MSW) und ob wir nicht mittelfristig auch über ein teilgebundenes oder gebundenes Ganztagsmodell nachdenken müssen.
V. Ganztagskonzept
· Zielbeschreibung
· Einarbeitung in das Schulprogramm
· Didaktische Grundsätze und Inhalte / Unterrichtsentwicklung
· Schulorganisatorische Anforderungen (Raum- und Schulhofkonzept, Kosten und Finanzierung, Personalbedarf, Stundenpläne, Stundentafel usw.)
· Evaluation
Norbert van der Linde
Kurz notiert
Die Terminpläne für die ABI-Vorklausuren sind online.

