Stipendium
Paul Jasper, ehemaliger Schüler unserer Schule (Abitur 2005), wurde von der Studienstiftung des Deutschen Volkes für ein Stipendium ausgewählt.
Hierbei handelt es sich um das größte deutsche Begabtenförderungswerk, eine politisch, konfessionell und weltanschaulich unabhängige Stiftung. Paul gehört nun zu den ca. 0,65% der Studierenden, die diese Begabtenförderung erhalten. Um die Jury zu überzeugen, müssen die Kandidaten sowohl in Einzelgesprächen als auch in Gruppendiskussionen und Kurzreferaten ihre Souveränität unter Beweis stellen. Nur diejenigen, die durch ihre Persönlichkeit insgesamt überzeugen können, erhalten das begehrte Stipendium. Neben einer finanziellen Förderung, die aus einem monatlichen Büchergeld und einer vom Elterneinkommen abhängigen Zuwendung besteht, erhalten die Stipendiaten vor allem auch eine ideelle Förderung, die sich durch intensive Begleitung im Studium auszeichnet. So werden den Stipendiaten jeweils zwei Vertrauensdozenten zugewiesen, die in allen Studienfragen Ansprechpartner für sie sind und sie individuell beraten. Weiterhin wird jedem Stipendiaten ein Studienaufenthalt im Ausland ermöglicht.
Nicht nur hervorragende Leistungen, Interessen und Aktivitäten außerhalb des eigenen Studienfaches sind von der Stiftung gefragt, sondern besonders auch Weltoffenheit und Verantwortungsbewusstsein werden von den Bewerbern verlangt. Diese Kriterien erfüllt der 1985 in Ahaus geborene Paul Jasper, der knapp die Hälfte seines bisherigen Lebens im Ausland verbracht hat: Als Baby zog er mit seiner Familie zunächst nach Lima (Peru),wo er bis zum Grundschulalter blieb und auch sein erstes Schuljahr absolvierte. Es folgte für die Familie ein vierjähriger Aufenthalt in Ahaus: Paul verbrachte hier den Rest seiner Grundschulzeit und wurde 1995 in die Klasse 5 der Canisiusschule eingeschult. Schon im Juli 1996 wechselte die Familie erneut ihren Aufenthaltsort: Diesmal ging es für zweieinhalb Jahre nach Santiago de Chile, wo Paul die Deutsche Schule besuchte. Im Februar 1999 kehrte die Familie nach Ahaus zurück und Paul an die Canisiusschule, die er 2005 mit der Abiturnote 1,0 verließ.
Seinen Zivildienst verbrachte Paul als Missionar auf Zeit in Schineni (Rumänien) und Leme (Brasilien), wo die Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel tätig sind, die bis vor kurzem das Bild unserer Schule entscheidend prägten. Seit Oktober 2006 studiert er an der Technischen Universität in Dresden „Internationale Beziehungen“.
Es liegt auf der Hand, dass ein schon äußerlich so bewegtes Leben seine Spuren hinterlässt und die Persönlichkeit prägt: So fühlt sich Paul in mehreren Sprachen heimisch, Spanisch gilt ihm als zweite Muttersprache, in der Schule erwarb er sehr gute Kenntnisse in Englisch und Französisch, seit seiner Zivildienstzeit spricht er ebenfalls fließend Portugiesisch und Rumänisch. Der vielfältig erlebte Kontakt mit anderen Kulturen führte zu einer ausgeprägten Beschäftigung mit internationaler Literatur, auch interessiert er sich für die Bereiche der Kunst und Musik. In seiner Schulzeit spielte er erfolgreich Theater. Dass er dabei aber keineswegs „abgehoben“ ist, sondern mitten im Leben steht und bereit ist Verantwortung zu tragen, zeigt zum Beispiel, dass er von seinen Mitschülern in drei aufeinander folgenden Jahren zum Stufensprecher gewählt wurde oder aber, dass er als Schüler mit Freunden Fahrradtouren nach Berlin und Barcelona unternahm sowie eine Interrailtour durch Süd-Westeuropa.
Paul wird sicherlich auch in der Zukunft ein abwechslungsreiches Leben führen: Er möchte zunächst zu Ende studieren um dann einen Master zu machen, vielleicht in Internationalen Beziehungen, vielleicht auch in einem fachnahen Gebiet, wie z.B. Friedens- und Konfliktforschung. Weitere Zukunftspläne sind noch vage. Möglich erscheint aus heutiger Perspektive eine Bewerbung beim Auswärtigen Amt für den diplomatischen Dienst....
Die Canisiusschule gratuliert Paul recht herzlich zu seiner Aufnahme in die Studienstiftung des Deutschen Volkes!
Marie-Theres Huss
Kurz notiert
Die Terminpläne für die ABI-Vorklausuren sind online.

