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Theateraufführung: Brennende Finsternis

Eine beeindruckende Aufführung gelang der Theater AG der Canisiusschule mit ihrem Theaterstück „Brennende Finsternis" des spanischen Autors Antonio Buero Vallejo.

Die Theater-AG der Canisiusschule führte am vergangenen Donnerstag unter der Regie von Regina Wiggers das Stück „Brennende Finsternis“ auf, das der spanische Autor Antonio Buero-Vallejo 1946, also in der Zeit der Franco-Diktatur, erstmals veröffentlichte. So kann man das Drama zunächst als Parabel auf die subtilen Unterdrückungsmechanismen eines faschistischen Systems verstehen.  Die jungen Schauspieler zeigten überzeugend die hermetisch abgeschlossene Welt eines Blindenheims, in dem alle „glücklich“ leben, besser vegetieren, weil die Bewohner von jeder Realität sauber getrennt ,deshalb unfähig zu Autonomie und Freiheit sind. Sie können der ideologischen Vereinnahmung nichts entgegensetzen. Gestört wird diese scheinbare Harmonie, als ein neuer Bewohner, Ignacio, überzeugend gespielt von Lennart Horn, einzieht, der darauf besteht, die Dinge bei ihrem wahren Namen zu nennen. Die Blindheit – physisch und metaphorisch gesehen – ist ein Unglück, das Leid hervorruft; Liebe und Mitleid als Form der Bindung an ein anderen sind nicht gleichzusetzen. Was bisher Glück genannt wurde, entpuppt sich als billiges Vergnügen. Perfekte Unterhaltung in ihrer spaßigen, aber auch nervtötenden Form zeigen besonders Elisa (Anne Harpering) und Miguel (Benedikt Torka) und in ihrem Schlepptau Esperanza (Johanna Walters) und Andrés (Ferdinand Nitzsche). So sind die Konflikte mit den Studenten, insbesondere mit Carlos, dem Kopf der Gruppe, engagiert präsentiert von Jan Lis, unvermeidlich, die zu Beginn verbal ausgetragen werden. Zunächst erscheint der Eindringling als der Stärkere, denn die oberflächlichen Paarbeziehungen scheinen sich aufzulösen, die Frauen wenden sich Ignacio zu. Diesen Verlust an Macht können der Leiter des Institutes, Don Pablo, und seine Frau, Dona Pepita, nicht dulden. Ihr willfähriges Werkzeug ist Carlos, der fürchten muss, seine Freundin Juana (Eva König) zu verlieren. Martin Schmitz und Julia Harpers zeigen beeindruckend ein „Führer“ - Paar, dessen menschenfreundliche Attitüde den unbeugsamen Willen zum Machterhalt um jeden Preis kaum verdecken kann. Ihnen geht das Ansehen des Instituts über alles. So muss der – leider unvermeidliche – Tod von Ignacio eine möglichst unschädliche Erklärung finden. Ein Selbstmord könnte dem Image schaden, ein Unfall erscheint günstiger. Tatsächlich ist die Wirklichkeit grausamer. Dies gilt nicht nur für das Spanien Francos, sondern kann auch dazu veranlassen, problematische Entwicklungen in unserer Gegenwart zu erkennen und kritisch zu beleuchten. Die Theatergruppe bot eine geschlossene und überzeugende Ensembleleistung, die das Publikum mit freundlichem Applaus belohnte.

Die Auflösung des Kriminalfalles  kann man am kommenden Sonntag in der Aula der Schule ab 19. 30 Uhr noch einmal selbst erleben. Ein Besuch lohnt sich.             R. Schäpers

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