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Grandiose Leistung mit grandioser Musik

Die „Mass of Joy“ in der Marienkirche. Das Publikum war zweimal begeistert und es hatte Recht. Beide Aufführungen von Ralph Grösslers „Mass of Joy“ vom vergangenen Wochenende waren ein musikalischer Hochgenuss. Dies lag zum einen an dem Werk selbst, zum nicht geringeren Teil aber an den Beteiligten.

Grösslers Messe ist eine wirklich gelungenes Beispiel für das Cross-over zwischen europäischer Kirchenmusik und amerikanischem Gospel. Bei so viel handwerklichem Können und Stilsicherheit werden sogar die Kritiker von solcherart postmodernem Eklektizismus überzeugt, denn man kann sich der Wirkung dieser Musik einfach nicht entziehen. Die „Mass of Joy“ reißt mit und enthusiasmiert, sie lädt ein zur Kontemplation, aber noch häufiger zum Mitbewegen, Mitklatschen oder gar zum Mitsingen.

Dies war auch das Verdienst der Beteiligten. Hier sind zunächst die beiden Chöre zu nennen. Der Chor „Once again“ und der Lehrer-Eltern-Schüler-Chor der Canisiusschule waren hervorragend präpariert und - auch mit Hilfe des Tonmeisters Andreas Grotenhoff - harmonisch ausbalanciert. Die für Europäer immer ungewohnte Off-beat-Rhythmik gelang scheinbar mühelos, alle Chorsängerinnen und Chorsänger waren hoch konzentriert und präsent, ohne dass dabei Begeisterung und die Lust an der Sache zu kurz kamen. Mit Adrienne West konnte dabei eine Solistin gewonnen werden, die über eine ungewöhnlich flexible, sanfte und zugleich intensive Stimme und eine ausgezeichnete Gesangstechnik verfügt und die auch immer wieder abwechslungsreich improvisieren kann, wenn die Musik dies erlaubt oder erfordert. Letzteres gilt auch für den Vibraphonisten Felix Holzenkamp und im besonderen Maße für den Saxophonisten Denis Gäbel. Alle Musiker des Orchesters, Bläser wie Streicher, verstanden es, dort Akzente zu setzen, wo sie wichtig waren, und ansonsten sensibel und äußerst präzise zu begleiten.

Verantwortlich für das Gelingen dieses großen Gemeinschaftsprojektes waren natürlich nicht zuletzt die im Wechsel dirigierenden Chorleiter Hans Küblbeck, Andrea van der Linde und Norbert van der Linde. Sie spornten durch ihr Dirigat alle Beteiligten zu Höchstleistungen an, die das Publikum mit Standing Ovations honorierte, das sich seinerseits so jeweils viele Zugaben erklatschte.

                                                                                                                                                  n-b



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