Grandioser Erfolg für Theaterstück
Ein großer Erfolg wurde die erste Aufführung des Theaterstückes von Moliére "der Geizige" am vergangenen Sonntagabend in der Aula der Canisiuschule. Vor komplett ausverkauftem Haus ernteten die guten Akteure am Ende "standing ovations".
Die Theater-AG der Canisiusschule unter der Regie von Renate Schäpers bot am Sonntag
mit ihrer Aufführung des „Geizigen“ von Molière eine Glanzleistung: Zahlreiche Zuschauer erlebten, wie der Geiz den von ihm Befallenen zerfrisst und in die Einsamkeit drängt. Der Geizige wurde herausragend gespielt von Paul Jasper, der es verstand, die Figur des Harpagon nicht einfach komisch wirken zu lassen, sondern sie in ihrer Tragik zu gestalten. Es gelang die echte Charakterdarstellung eines Menschen, der so stark auf sein Geld fixiert ist, dass es ihm alles, was das Leben natürlicherweise ausmacht, ersetzt. Alle Beziehungen zu seinen Mitmenschen, inklusive der engsten Familie, definieren sich über seinen Geiz. Seine Kinder geraten dadurch in einen Konflikt. Einerseits schulden sie dem Vater Gehorsam, andererseits wollen sie ihr Leben nicht durch seinen Wahn zerstören lassen. So bietet der Sohn (Mike David) dem Vater durchaus selbstbewusst die Stirn – gelungen wirkte hier besonders die parallele Gestik der beiden. Die Tochter, lebhaft und emotional dargestellt von Julia Stein, lässt sich von ihrem Geliebten Valère (Johannes Stegemann) überreden auf dessen Strategie zu vertrauen. Die besteht darin, dem Geizigen nach dem Mund zu reden und zu hoffen, dass er ihn später als Schwiegersohn akzeptieren wird. Beeindruckend war auch hier der Einsatz der Gestik, die Valères Rolle als „Sprachrohr“ Harpagons augenfällig machte. Sarah Kuse gab der Rolle der Mariane, die dem alternden Harpagon aufgrund ihrer Schönheit gefällt, aber eigentlich die Geliebte des Sohnes ist, einen koketten Charakter. Auch sie spielt ein Spiel, wenn sie Harpagon in dem Glauben lässt, eine Ehe mit ihm in Betracht zu ziehen, während sie in Wirklichkeit eine Heirat mit dessen Sohn ersehnt. Klare Ziele verfolgt Julia Harpers in der Rolle der Frosine, die sie als eine schillernde Figur gestaltete. Sie zeigt sich bereit, Mariane mit dem Geizigen zu verkuppeln, um diesen dazu zu bringen, ihr Geld zu leihen, was selbstverständlich nicht gelingt. Als Dienstboten treten Martina Fier und Dania Stauvermann auf. Sie werden mit den Schikanen Harpagons fertig, indem sie sich betont dümpelhaft geben, ihre Arbeit grobklotzig und langsam verrichten und sich nebenbei mit den Speisen versorgen, die auf dem spärlich gedeckten Hochzeitstisch zu finden sind. Koch und Kutscher sind (- der Geizige spart-) nur eine Person. Entsprechend der Doppelung seiner Rollen erweist sich Jaques (Kristin Ikemann) als falsch. Er scheut nicht davor zurück, Valère aus Missgunst des Diebstahls zu bezichtigen, nachdem Harpagons Geldkassette plötzlich verschwunden ist und der Geizige, dem Zusammenbruch nahe, ihren Verlust dem Polizeikommissar (Jan Lis) angezeigt hat. Dieser waltet trocken und sachlich-distanziert seines Amtes.
Verantwortlich für den Diebstahl der Kassette ist allerdings ein Außenstehender, der in die Privatsphäre des Hauses eingedrungen ist und es offensichtlich genießt, Harpagon auf die Palme zu bringen und ihm den Spiegel vorzuhalten. Florian Krechting spielte einen erfrischenden und verschmitzten La Flèche. Gleich in zwei Rollen trat Tobias Leusing auf: Als Maître Simon war er Handlanger Harpagons, als Anselme sorgte er für das Happy End des Stückes – ein märchenhaftes Ende, das sein alleiniges Reden in Versen als solches entlarvte. Last, not least, bleiben Andrea Michels zu erwähnen, die am Flügel souverän für passende Musikeinlagen sorgte, die das Geschehen auf der Bühne atmosphärisch verdichteten, und Regina Wiggers, die das eindrucksvolle Bühnenbild gestaltete.
Die Aufführung wird am kommenden Sonntag um 19.30 Uhr wiederholt. Ein Besuch lohnt sich!!!
Kurz notiert
Die Terminpläne für die ABI-Vorklausuren sind online.

