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Auf den ersten Blick nichts Besonderes: Der Maler René Margritte bildet naturalistisch ab, was das menschliche Auge wahrnehmen kann. Dennoch: Wer kann sagen, wie die Landschaft hinter dem Bild auf der Staffelei aussieht? Weckt dieses Bild nicht gerade die Frage nach dem Unsichtbaren hinter dem sichtbaren Bild?
Die Frage nach der unsichtbaren Wirklichkeit, die uns umgibt und nur in seltenen, kostbaren Augenblicken aufleuchtet - diese Frage will der Religionsunterricht wach halten und immer wieder stellen. Deshalb ist für uns die primäre Aufgabe des Religionsunterrichtes fragen lernen.
 
 
 
 
 
 
 
Acht Jahre Religionsunterricht
An unserer Schule wird von Klasse 5 bis 12 durchgehend Religionsunterricht erteilt. Dieser Verpflichtung kommen wir nicht einfach nur deshalb nach, „weil der Bischof es so will“, sondern weil nach unserer Überzeugung der RU zum Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schulen in einer Demokratie gleich mehrere wichtige Beiträge leistet.

- Am Anfang einer jeden Bildung steht die Fähigkeit fragen zu können. Der RU hilft den jungen Menschen gerade auch im Hinblick auf existentielle Fragen sprach- und urteilsfähig zu werden.


- Nahezu unbestritten ist das ethische Potential der christlichen Tradition. Die im AT entwickelte Kultur der Gerechtigkeit wird im NT auf ein Prinzip universalistischer Tragweite ausgeweitet. Deshalb leistet der RU einen erheblichen Beitrag zur sozialethischen Bildung.


- Christen sind aufgefordert, Rechenschaft über den Grund ihrer Hoffnung abzulegen (Paulus). In dieser Pflicht zur Rechenschaftsabgabe liegt der Beitrag des RU zur Rationalität.


- In einem RU, der eine wissenschaftliche Theologie zur Grundlage hat, wird die Wahrheitsfrage differenziert diskutierbar. So leistet der RU also auch einen Beitrag zur philosophischen Bildung.


- In Anlehnung an Bibelexegese und Kirchengeschichte hat der RU ein hermeneutisches Bewusstsein entwickelt, so dass Texte und Bilder sowohl mit ihren geschichtlich bedingten Verstehensvoraussetzungen und ihrer Rezeptionsgeschichte als auch in Verbindung mit der Lebenswelt der Schüler/innen interpretiert werden. Hier liegt der Beitrag des RU zur hermeneutisch-kulturellen Bildung.


- Die Basis unserer Demokratie - die unantastbare Menschenwürde - ist auf biblischem Boden gewachsen. In der Schärfung des Gewissens für diesen Kern staatlicher Verantwortung liegt der spezifische Beitrag des RU zur politischen Bildung.

- Wie bereits im Schulprofil dargelegt unterscheidet gerade die christliche Religion zwischen menschlichem Handeln und Gottes Handeln: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apg 5,29). Indem der RU diesen Maßstab anlegt, der die Gesellschaft davor bewahren kann, menschliches Handeln absolut zu setzen und totalitär zu werden, leistet er einen unersetzlichen Beitrag zum freiheitlich-emanzipatorischen Grundsinn der Bildung.



Vom Eigen-Sinn des Religionsunterrichtes

„Eine Schule hat als Bildungseinrichtung verloren, wenn sie nur noch beantwortbare Fragen stellt und behandelt.“ (Fulbert Steffensky)

Wie kein anderes Fach beschäftigt sich Religion und der Religionsunterricht mit existentiellen Grundfragen wie „Wo kommen wir her?, „Wo gehen wir hin?“, Warum müssen Menschen leiden?“. Auf diese Fragen lassen sich keine endgültigen Antworten finden, trotzdem ist es nötig, sich mit ihnen zu beschäftigen, und zwar auf der Ebene der Rationalität. Ausdrücklich wehren wir Religionslehrer/innen uns damit gegen eine verbreitete Vorstellung, Religion sei etwas sehr Persönliches, das wenig mit Verstand, dafür aber viel mit Gefühl und Herz zu tun habe.
Religion beginnt nicht erst da, wo der ökonomische Sachverstand versagt oder naturwissenschaftliches Denken an seine Grenze stößt. Eine Religion, die jenseits oder auch nur an den Rändern der Vernunft ansetzt, läuft Gefahr, in Aberglauben umzuschlagen oder fundamentalistisch zu werden. Darum besteht eine wichtige Aufgabe des Religionsunterrichtes darin, den Glauben in seiner inneren Struktur und Logik und damit in seiner vernünftigen Gestalt zu vermitteln.
Eine weitere Dimension der Rationalität, die die oben aufgeführte kognitive Rationalität ergänzt, ist die ästhetische. Ästhetik meint ein sinnlich orientiertes und subjektbezogenes Wahrnehmen, Deuten und Gestalten von Wirklichkeit. Zu den Objekten ästhetischer Bildung gehören die verschiedenen Ausdrucksformen des christlichen und nicht-christlichen Glaubens, die Werke der Literatur, Kunst und Musik, gleichgültig, ob sie sich selbst religiös verstehen oder nicht, und nicht zuletzt der ganze Bereich des Umgangs mit Symbolen.
Eine Religion, die keine Auswirkungen auf die menschliche Praxis hat, ist irrelevant. Damit sind wir bei der praktischen Dimension religiöser Rationalität. Die Schüler und Schülerinnen sollen im Religionsunterricht lernen, dass moralisches Handeln in christlicher Perspektive  sich nicht auf Ge- und Verbote reduziert. Vielmehr ist moralisches Handeln einerseits geleitet von der Vernunft und andererseits von persönlichen Erfahrungen. Erfahrungen des unbedingten Zuspruchs Gottes, aus dem sich ein moralischer Anspruch ergeben kann, lassen sich im Religionsunterricht nicht herstellen. Aber es lassen sich etwa durch Erzählen, durch Modell-Lernen oder durch das Sozialpraktikum Wege eröffnen, auf denen Schüler moralisch relevante Erfahrungen sammeln können, die sie möglicherweise selbst religiös deuten.




Europaschule

Kurz notiert

Die Klausurpläne für die 1. Klausurphase sind online.

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