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Individuelle Förderung in der Sekundarstufe II: „Quereinsteiger“ aus Realschulen

Am Ende ihrer Schulzeit an der Realschule sehen sich Schülerinnen und Schüler häufig mit folgenden Fragen konfrontiert: Bin ich soweit, eine berufsbezogene Ausbildung zu beginnen oder sollte ich doch noch einen höheren Schulabschluss – Fachhochschulreife oder das Abitur – anstreben?

Wenn sie sich für letzteres entscheiden, stellen sich neue Fragen, wie z.B.: Bekomme ich überhaupt den Anschluss an diejenigen Schüler, die schon seit Jahren das Gymnasium besuchen? Schaffe ich es, mich in der neuen Schulform zurechtzufinden?

Traditionell schneidet das Gymnasium im Vergleich zu den Angeboten an Berufskollegs in der Gunst der Realschülerinnen und Realschüler eher schlecht ab und man könnte vermuten, dass dies durch die Verkürzung der Schulzeit auf 8 Jahre (G8) noch bestärkt wird. Dennoch sehen es zahlreiche Schüler als Vorteil an, einen allgemein, d.h. nicht schon beruflich, orientierten Abschluss anzustreben, weil sie sich auf diese Weise viele „Türen offen“ halten.

Die Schwierigkeiten eines Übergangs zum Gymnasium sind sicherlich nicht zu unterschätzen. Vor allem zu Beginn wird dem Betreffenden viel abverlangt, nämlich u.a. die Einarbeitung in Fachbegrifflichkeit und in die stärker eigenverantwortlich orientierte Arbeitsweise am Gymnasium.

 Allerdings fällt in der Praxis immer wieder auf, wie groß die Lernbereitschaft und wie gut die Arbeitshaltung der meisten Schulformwechsler ist.

Seit Beginn des Schuljahres 2004/05 steht an der bischöflichen Canisiusschule ein Kontingent an Förderstunden in den Kernfächern Mathematik, Englisch und Deutsch bereit. Dieses Angebot soll den neuen Schülerinnen und Schülern den Weg ebnen.

In Absprache mit den fördernden Kollegen des jeweiligen Schuljahres trifft die verantwortliche Mentorin für Förderbedarf bei dem genannten Schülerkreis, nachdem der Förderbedarf des einzelnen durch Fragebögen oder kleine Tests ermittelt worden ist, Vereinbarungen über individuelle Förderpläne. Dazu gehört auch eine Prognose darüber, wie lange der Betreffende vermutlich an der Fördermaßnahme teilnehmen wird. In den fachbezogenen Fördergruppen wird einmal in der Woche  teilweise gemeinsam an einer Aufgabe, zum größten Teil jedoch an individuell zugeschnittenen Aufgaben gearbeitet.  Schriftliche Hausarbeiten sowie Kursklausuren genau zu besprechen und nachzubereiten, unterstützt die Schülerinnen und Schüler bei der kritischen Analyse und Aufarbeitung der eigenen Fehler vor allem für die Zeit (in der Qualifikationsphase), wenn ihnen diese Unterstützung nicht mehr zur Verfügung steht.

Wünschenswert ist es daher, dass die Kurslehrer in den Kernfächern ihre Curricula miteinander abstimmen, so dass paralleles Arbeiten in den einzelnen Fächern eine gleiche bzw. ähnliche Problemstellung  im Förderunterricht hervorruft (z.B. trainieren alle Deutschkurse zur gleichen Zeit die Sachtextanalyse).

Diese Form der Unterstützung ist ein Angebot an unsere Schülerinnen und Schüler; es würde andernfalls seinen Zweck,  Schüler zur Eigenverantwortung hinsichtlich des eingeschlagenen Weges zu ermutigen, verfehlen

In den vergangenen Jahren haben allerdings fast  alle ehemaligen Realschüler diese Förderangebote in Anspruch genommen: manche nur in einem Fach, die meisten in zwei oder sogar drei Fächern - dann meistens einige Monate in jeweils zwei Fächern, weil zusätzlich zum normalen Programm kaum mehr zu bewältigen ist. Durchgehend wird dieses Angebot also begrüßt.

Der einzige Wermutstropfen ist, dass die Förderstunden meistens am Nachmittag, also erst relativ spät, stattfinden können, damit gewährleistet ist, dass jeder Schüler daran teilnehmen kann. Dieses stundenplantechnische Manko erscheint z.Zt. allerdings nicht anders lösbar.

Mit dem entsprechenden Arbeitseinsatz gelang es während der vergangenen vier Jahre etwa  90% der Schulformwechsler schließlich die Abiturprüfung abzulegen:  Knapp 16 % der Schülerinnen und Schüler  erreichten sogar einen Abiturdurchschnitt, der besser als 2,0 war; wer es nicht bis zum Abitur schaffte, verließ die Schule mit der Fachhochschulreife.



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