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Toskana 2010

Stufe 13 der Canisiusschule kehrt mit vielen positiven Eindrücken von der Studienfahrt aus der Toskana zurück

Wir jedes Jahr begaben sich die Abituranwärter der Stufe 13 der bischöflichen Canisiusschule Ahaus samt Stufenleiter auf dem Weg in die sonnige Toskana. Die Vorfreude auf die Studienfahrt kannte natürlich bei allen Beteiligten keine Grenzen. Schließlich steht direkt im Anschluss das zwar kurze, aber umso wichtigere 13. Schuljahr an, welches mit den Abiturklausuren hoffentlich seinen Abschluss findet. Vorher sollte aber noch einmal Zeit sein sich zu entspannen und die überwältigende Flora, sowie die imposanten toskanischen Städte zu entdecken bzw. zu erkunden.  Ziel war es aber auch, die italienische Lebenskultur zum Teil mit zutransportieren in den häuslichen Alltag. Damit war nicht die etwas chaotische Grundordnung und die zum Teil lässige Arbeitseinstellung gemeint, sondern vielmehr dieses positive Lebensgefühl, mit welchem man scheinbar jede Hürde überspringen kann. Samstag den 04.09.2010 um 18:30 Uhr versammelten sich also die Stufe, die Stufenleiter, die Eltern, Freunde und Freundinnen vor der Schule. Die Koffer waren gepackt und es konnte losgehen. Leider spielten die Busse da nicht so ganz mit. So konnten wir erst um ca. 20:00 Uhr das Gepäck verstauen und nach der Buseinteilung waren alle startbereit. Gut 15 Stunden, zwei Grenzübergänge und schier unendlich viele Mautstellen später, hatten wir unser Ziel erreicht. Marina di Pietrasanta empfing uns mit Sonne und 27° Außentemperatur. Der Wettergott hatte uns also erhört, wo doch Regen angekündigt war. Schnell noch die Zimmerverteilung regeln und dann ab zum Meer. Kleine Eifersüchteleien bezüglich der Größe der Zimmer bzw. der Wohnungen waren schnell vergessen. Materielle Dinge sollten nun keine Rolle mehr spielen. Handtuch, Badehose, Flip-Flops, Sonnencreme und auf zum Strand. Mit einer Gruppe von knapp hundert Leuten den Strand zu besuchen, war für das Gemeinschaftsgefühl zu Beginn der Reise natürlich Gold wert. Ob Beachvolleyball, Fußball, Schwimmen oder Doppelkopf, jeder kam auf seine Kosten. Das gemeinsame Abendessen war typisch italienisch strukturiert. Erst Pasta, dann der Hauptgang und abschließend ein Dessert. Noch gestresst von der langen Reise ließen die meisten den Abend ruhig ausklingen. Nach 24:00 Uhr war der Ausgang ja schließlich eh verboten. Mit der humanen Frühstückszeit von 9:00 Uhr begann der Montag. Auch hier wurden wir dank des reichlichen Buffets positiv überrascht. Es folgte der Aufbruch in die „Festung“ Lucca. Eine Stadt, welche von einer zwei Meter dicken Mauer umgeben ist und ehemals nur durch die vier Stadttore erreicht werden konnte. Dies diente lange Zeit als Schutz vor den machtbesessenen Florentinern. Die obligatorische Stadtführung endete auf dem  Piazza Dell'anfiteatro, auf welchem sich die meisten eine kleine Zwischenmahlzeit zu nicht ganz geringen Preisen leisteten. Weiter ging es nach Pisa. Es war Zeit unsere trendigen T(oskana) - Shirts zu präsentieren, denn das Gruppenfoto vor dem weltberühmten schiefen Turm stand an. Nachdem jeder sein Gruppenfoto auf der Kamera hatte, durften wir die Stadt in Eigenregie erkunden. Viele nahmen noch einen kleinen Snack oder Drink zu sich, während man nebenbei ständig damit beschäftigt war Händler mit gefälschter Ware abzuwimmeln. Komplikationen gab es leider auf dem Rückweg. Busfahrer Herbert kannte eine ganz besondere Abkürzung und Busfahrer Karsten folgte ohne groß nachzufragen. Ein Fehler wie sich nach einer halben Stunde herausstellte. Mit einer Verspätung von knapp zwei Stunden, kamen wir dann aber sicher an. Die Nerven lagen zwar etwas blank, aber das schmackhafte Dinner wartete schon auf uns. Das Abendprogramm wurde von den Schülern und Lehrern, wie auch in den kommenden Tagen, sehr individuell gestaltet. Sich in Details zu verfangen, wäre hier fehl am Platze. Am Dienstag war es an der Zeit der Kulturhochburg Florenz einen Besuch abzustatten. Alle freuten sich auf die zweistündige Stadtführung und den anschließenden Besuch der einzigartigen Uffizien. Gerade der Programmaufbau (für manche vier Stunden Freizeit zwischen Führung und Besichtigung) hatte es uns allen angetan. So genügte die Zeit aus um zum Beispiel die viertgrößte Kirche der Welt (Santa Maria del fiore), die originalgetreue Kopie von Michelangelos David oder während eines Stadtbummels die vielen kleinen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Wen mal wieder der Hunger überkam, hatte genug Auswahlmöglichkeiten. Jede kleine Gasse war gespickt von kleinen Restaurants, welche lokale Spezialitäten anboten. Wem dies zu teuer war, konnte natürlich auch auf amerikanische Massennahrung umsteigen. Um 19:00 war das Vergnügen dann schon wieder vorbei und nachdem auch die etwas verspäteten Schüler die Busse erreicht hatten, konnten wir Marina di Pietrasanta ansteuern. Der an diesem Tag zum Abendessen servierte Fisch, war leider nicht jedermanns Sache. Erst Recht als die ersten fast erstickten an den nicht entfernten Gräten. Die wie immer vorzügliche Pasta vertröstete aber die meisten. Für den folgenden Mittwoch war eine Besichtigung Sienas in drei Gruppen angesetzt. Etwas mit der Kommunikation war aber wohl schief gelaufen. So hatten wir statt drei nur einen Stadtführer. Die Notlösung war dann die Gruppe in zwei Hälften zu teilen und diese nacheinander durch Siena zu leiten. Die Vorgezogene Mittagspause um 11:00 Uhr für Gruppe zwei, war natürlich eher suboptimal gelegt. Dafür entschädigte gerade der Piazza del Campo für diese Unannehmlichkeiten. Bei noch perfektem Wetter, war es ein überwältigender Anblick. Besonders wenn man sich in die Mitte des Platzes begab und sich vorstellte wie das berühmteste Pferderennen Europas abgehalten würde, kam man aus dem Staunen kaum noch heraus. Über weitere Traditionen und politische Selbstverwartung Sienas klärte uns der deutsche Fremdenführer, welcher wie besessen von dieser Stadt war, auf. Ein Regenschauer wie wir es noch von dem diesjährigen „Jahrhundertregen“ kannten, verzögerte die Führung um einige Minuten. So schnell wie es gekommen war, war es auch schon wieder weiter gezogen. Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Abstecher nach San Gimignano, welches den Lehrern als „Manhattan des Mittelalters“ und den Schülern als „Stadt des besten Eises der Welt“ bekannt war. So gelang auch fast die gesamte Gruppe ohne Umwege in die Schlange zur offiziell gekürten Eisdiele. „World Champion 03/04/06/07“ schmückte die Eingangstür. Nach diesem Genuss konnte man zudem noch eine gigantische Aussicht auf die toskanischen Landschaften erhaschen. Auch aus San Gimignano verlief die Rückreise ohne Probleme und diesmal auch ohne Extrarunde. Die Zeit verflog und der letzte „Programmtag“ stand an. Nachdem wir unseren auf dem Balkon an den Zähnen verletzten Dominik zum Krankenhaus gebracht hatten, ging es für den Rest der Truppe nach La Spezia. Dort sollten wir uns den Rest des Tages in Begleitung dreier Fremdenführerinnen aufhalten und etwas wandern und Zug fahren. Erster Tagesordnungspunkt, war es den „Pfad der Liebe“ entlang zu wandern um von dort aus die tolle Aussicht auf Klippen und Meer zu genießen. Für die Verliebten unter uns gab es die Möglichkeit, Vorhängeschlösser an diversen Drahtzäunen anzubringen, als Zeichen der ewigen Verbundenheit. In La Spezia selbst und in einem Nachbarort, hatten wir jeweils Zeit uns selbst zu verpflegen und dem an diesem Tag extrem starken Wellengang zu zuschauen. Vor allem wenn eine Welle wieder einen Touristen durchnässte, war das Gelächter groß. Schadenfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Margarita, so hieß unsere Führerin, begleitete uns noch bis 18:00 Uhr und klärte uns noch über einige Fakten und vor allem über die vielen importierten Pflanzenarten auf, welche einen so wunderbaren Duft bereiten sollen. Der letzte Abend stand bevor. Eine kleine „Zimmerfete“ mit ein paar geladenen Gästen stand an. Die Mischung aus lokalen Erzeugnissen, sowie importierten Heimatprodukten bestimmten den Abend und sorgten für allgemeine Heiterkeit. Auch das ein oder andere Mitglied des Lehrkorpus ließ sich im zweiten Stock blicken, um kurz dieses Gefühl des „Dolce Vita“ aufzusaugen. Hatten wir uns von den Italienern gar nicht schlecht abgeschaut. Auf den schönen abendlichen Ausklang folgte Ernüchterung. Das Hotel musste bis 10:00 Uhr verlassen und die Zimmer besenrein hinterlassen werden. Nach der Inspektion der kritischen Augen von Herrn Hakenes und Herrn Krabbe, durften wir ein letztes Mal den Strand bei strahlendem Sonnenschein besuchen. Ein extra gebuchter Privatstrand bot uns Liegen und einen eigenen Strandabschnitt. Die Aktivitäten gestalteten sich im Prinzip genauso wie am ersten Tag. Einige suchten noch den Supermarkt auf um gut gerüstet für die Rückfahrt zu sein. Um 15:00 Uhr saßen dann alle in den Bussen und diese setzten sich in Bewegung. Fast allen waren die kraftraubenden Tage anzumerken. Von der Vitalität der Hinfahrt war kaum etwas geblieben. Auch die Laune der Busfahrer sank, als wir uns in einen riesigen Stau begaben. Die Folge war eine Verschiebung der voraussichtlichen Ankunftszeit um vier Stunden. Ab 22:00 schlief der ganze Bus. Der ganze Bus? Nein, ein kleines Grüppchen ließ sich von der Müdigkeit der anderen nicht anstecken. Doch um 6:00 Uhr war auch dort (zur Freude der anderen) der Bann gebrochen. Die letzten drei Stunden verliefen ruhig und entspannt. In Ahaus angekommen, kannte dann die Wiedersehensfreude kaum Grenzen. Viele freuten sich auf ihr warmes Bett und doch wären die meisten lieber noch einige Tage länger geblieben. Doch man soll ja bekanntlich dann gehen, wenn es am schönsten ist.

 

Johannes Schmittmann



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