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Suchtprävention

Jugendlichen wurden die Gefahren von Drogen eindringlich vor Augen geführt

„Immer mehr Jugendliche werden mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, 16 Millionen Deutsche rauchen, und mit zehn Litern Alkohol pro Kopf und Jahr ist Deutschland im Ländervergleich Spitzenreiter“, so Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung im Mai 2011. Grund genug also, um Jugendliche bei Eintritt in die Pubertät und auch währenddessen in der Schule auf das Suchtpotenzial und weitere Gefahren von Drogen aufmerksam zu machen.

An der Canisiusschule fanden in den letzten Wochen wie in jedem Jahr Suchtpräventionstage für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe sieben statt, wobei der Schwerpunkt hier auf den legalen Drogen Nikotin und Alkohol lag. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich beeindruckt und berührt von den Lebensgeschichten der Mitglieder des Kreuzbundes, die sich, nachdem sie ihre akute Alkoholsucht überwunden haben, nun auch in der schulischen Präventionsarbeit engagieren. Darüber hinaus befassten sich die Mädchen unter der Leitung der Sozialpädagoginnen Nina Tautz und Birgit Gausling in Kleingruppen mit dem Thema Essstörungen, die Jungen mit dem Sozialpädagogen Jürgen Friedrich mit dem Thema Spielsucht im Internet.

Ganz neu in diesem Jahr war das Angebot eines Rauschbrillenparcours, den der Sozialpädagoge Marc Hinsel mit den Schülern durchführte. Mit verschiedenen Brillen und Übungen wurden die Wahrnehmung und Motorik von Betrunkenen in verschiedenen Trunkenheitsgraden simuliert.

In der Jahrgangsstufe neun lag der inhaltliche Schwerpunkt der in diesem Jahr neu eingeführten Suchtpräventionstage auf den illegalen Drogen und Alkohol. Zu diesen Themen war der Legdener Autor Hermann Wenning zu Gast, der aus seinem autobiografischen Buch „Lauf zurück ins Leben“ las und sich anschließend den interessierten Fragen der Schüler stellte. Herr Wenning berichtete sehr direkt und ehrlich über die sieben Jahre seiner Drogenabhängigkeit und die damit einhergehende Kriminalität, aber auch über seine Liebe zum Laufen, die ihn letztendlich wieder dazu motivierte, in ein normales Leben zurückzukehren.

Speziell zum Thema Alkohol hatte die Canisiusschule Herrn Dr. Balbach aus Ahaus und die AOK mit ihrem Programm „Tour des Lebens“ eingeladen. „Gymnasiasten machen den größten Teil der jungen Komatrinker aus“, berichtete Dr. Balbach, „wahrscheinlich“, so vermutet er, „weil unter ihnen Gruppendruck und Leistungszwang am größten sind“. Da ist es doch beruhigend, dass Gruppendruck und Leistungszwang am Gymnasium nun schon nach acht Jahren enden und nicht erst nach neun.

 

Andrea van der Linde, Suchtpräventionsbeauftragte der Canisiusschule



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