Spurensuche
Schülerinnen und Schüler der JG12 besuchten die Ausstellung "Jüdische Familien in Ahaus - Eine Spurensuche" in der Villa van Delden.
Am Montag, dem 29.11.10, besuchten Schülerinnen und Schüler des Grundkurses und des Leistungskurse Geschichte der Jahrgangsstufe 12 die Ausstellung „Jüdische Familien in Ahaus – Eine Spurensuche“ in der Villa van Delden.
Der ein oder andere aufmerksame Fußgänger unter uns ist bei seinen alltäglichen Wegen durch die Ahauser Innenstadt bestimmt schon mal auf einen der 56 „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig gestoßen. Sie sollen an die ehemals hier beheimateten jüdischen Familien und ihre Wohnadressen erinnern.
Auf informative und zugleich bewegende Art und Weise, das heißt durch Bilder, Texte, Dokumente, Sachzeugnisse und Hörbeiträge, konnten wir das Schicksal der einzelnen jüdischen Familien verfolgen.
Das Interessante an dieser Ausstellung war für uns, dass es hier nicht nur um historische Fakten und Vorgänge deutschlandweit ging, sondern um tragische Familiengeschichten in unserer Heimatstadt. So wurde unter anderem anhand des Beispiels von der Familie Löwenstein, der ein Bekleidungskaufhaus gehörte (am heutigen Standpunkt von „Haverkamp“), deutlich, dass gerade die jüdischen Familien gut in Ahaus integriert waren. Die Familie Löwenstein trug zum Wohl der Allgemeinheit bei, indem sie beispielsweise sogar Kleidung für Bedürftige vergünstigt verkauften und sogar verschenkten. Die Verfolgung der Juden, deren Ausschluss aus der
Gesellschaft, ihre Deportation und schließliche Ermordung zeigen die unbegründete Ungerechtigkeit des Nationalsozialismus wie sie auch in Ahaus zum Tragen kam. Poesiebucheinträge und besonders Fotos charakterisieren das Leben der Familien gut und daher ist es noch schlimmer zu wissen, dass so unschuldige Menschen und deren friedliches und frohes Leben einfach ausgelöscht wurden. Es ist gut, dass trotz allem die Erinnerung, die durch die Stolpersteine in der Stadt unterstrichen werden, bleibt.
Über deren Verlegung zu Beginn des Jahres wurde uns im Anschluss einen Film
vorgeführt. Das Interview mit dem Künstler, der mittlerweile schon in ganz Europa Stolpersteine verlegt, machte er seine Idee dahinter nochmals klar und entkräftet somit die bestehende Kritik, dass man auf die Stolpersteine ja „treten“ würde. Genau das sei nicht seine Interpretation: Die Stolpersteine sollen auf eine unaufdringliche Weise im Alltag auf die Schicksale aufmerksam machen.
Für uns Schüler war es einmal eine andere Möglichkeit außerhalb des Unterrichts informiert zu werden und einen persönlicheren Eindruck zu gewinnen. Ein Satz ist uns besonders im Gedächtnis bzw. in Erinnerung geblieben:
„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, so Gunter Demnig.
Für den Grund- und Leistungskurs Geschichte: Ramona Ostendorf und Celine Willers

Kurz notiert
Klausurenphase 4 in EF, Q1, 12 - Pläne online!

