Jungenprojekt
Teamfähigkeit und Zusammenhalt wurden im Rahmen des diesjährigen Jungenprojekts gestärkt.
Jungenprojekt an der Bischöflichen Canisiusschule Ahaus
Das Jungenprojekt findet einmal im Jahr im Zuge eines Gesundheitsprojektes für die gesamte Jahrgangsstufe 6 statt. Die Jungen verbringen einen Vormittag gemeinsam mit den anderen Jungen der gleichen Klasse. Für die Schüler ist diese Veranstaltung ein geschützter Raum. Sie dürfen einmal den ganzen Vormittag die Rolle des „Jungen“ sein mit den dazugehörogen Herausforderungen und Schwierigkeiten erfahren. Zwei Schwerpunktthemen bestimmen den Vormittag: Teamfähigkeit und Konfliktlösungsstrategien.
Im ersten Teil des Vormittags erfahren die Jungen sich selbst in einer Gruppe und es wird ihnen in den verschiedenen gruppendynamischen Spielen bewusst, welche Regeln einzuhalten sind, damit die Gruppe gut miteinander auskommt. Die Kinder lernen ihre eigenen Stärken und Schwächen in der Gruppe kennen und merken auch, dass jeder Junge mit seinen ganz besonderen Fähigkeiten ein Teil der Gruppe ist. Ebenso wird ihnen bewusst, dass sie miteinander kommunizieren müssen und auch wie sie miteinander kommunizieren müssen, damit die Gruppe gemeinsam gute Lösungswege für die
verschiedenen Spielsituationen findet. Hier wird ihnen vor allem noch einmal bewusst, dass Zuhören eine wichtige Eigenschaft ist. Gemeinsam wird hier eine Form des aktiven Zuhörens eintrainiert.
Der zweite Teil des Vormittags wird durch den Schwerpunkt Konfliktlösungsstrategien bestimmt. Hier wird zunächst gemeinsam erarbeitet, was eigentlich ein Konflikt ist und wie die Jungen vor allem mit ihrer Wut umgehen. Die Kinder nennen ihre eigenen Strategien (wie z.B. „ich gehe in mein Zimmer und höre laut Musik“, „ich schreie und trete gegen meine Tür“, usw.) und geben sich gegenseitig in Feedback zu den einzelnen Strategien. Gemeinsam werden grundlegende Merkmale einer guten Strategie festgelegt, wie z.B. die Wut herauslassen, nichts zerstören, was wertvoll ist, usw. Den Jungen wird bewusst, dass Aggressionen zunächst einmal normal sind und an sich nichts Schlimmes darstellen. Im weiteren Verlauf werden Konflikte in der Klassengemeinschaft thematisiert und wie man sich in ihnen verhält. Dies geschieht in Form von Rollenspielen. Die Jungen nennen häufig vorkommende Konflikte, wählen einen aus und ausgewählte Schüler spielen ihn vor. Nun wird gemeinsam das Verhalten und die Körpersprache analysiert. Die Jungen lernen grundlegende Regeln kennen, die ihnen helfen, dass Konflikte nicht in physische Gewalt enden: Mach dich groß, Brust raus, Schultern gerade, Kinn oben, schau deinem gegenüber in die Augen, drücke dich klar und kurz aus („Lass mich in Ruhe“), achte darauf, dass du nicht den „privaten Bereich“ (Körper und etwa 20cm drum herum) deines Gegenübers verletzt, hole Hilfe, wenn du dich nicht alleine wehren kannst (sprich hier die Menschen direkt an), usw. Die Jungen üben nun diese Regeln an weiteren Rollenspielen mit der Methode des Forumtheaters.
Am Ende des Vormittages bekommen die Kinder die Gelegenheit über eine Feedbackrunde ein positives und negatives Feedback abzugeben.
Auch in diesem Jahr fand das Jungenprojekt in den 6. Klassen wieder großen Anklang. Die Jungen genossen es, einmal unter sich zu sein, sich auszutauschen und auszutoben und auch einmal den Schulalltag hinter sich zu lassen und etwas ganz anderes zu machen. Viele Jungen fanden in ihrem Feedback, dass ein solcher Tag „so richtig den Zusammenhalt und das Teamwork stärkt“. Ich kann nur sagen, auch uns (Herrn Hemsing, Herrn Rietmann und mir) haben die Tage wieder einmal richtig Spaß gemacht und wir freuen uns auf das nächste Jahr mit den jetzigen 5ern!
Niels Hakenes

Kurz notiert
Klausurenphase 4 in EF, Q1, 12 - Pläne online!

