Varus, Varus! Gib mir meine Legionen wieder!
2000 Jahre Varusschlacht – Exkursion der Lateinkurse in der Jahrgangsstufe 11 nach Kalkriese
2009 ist ein Jahr der Geschichte, vor allem der deutschen Geschichte: 20 Jahre Mauerfall.
Aber 2000 Jahre Varusschlacht – was geht uns das heute an ?
Sicherlich war es für die Schülerinnen und Schüler der Lateinkurse in der Jahrgangsstufe 11 eine willkommene Abwechslung zum üblichen Unterricht im Klassenzimmer – aber ist das alles ?
Die Varusschlacht war eine entscheidende kriegerische Auseinandersetzung zwischen Römern und Germanen, die sich in vielerlei Hinsicht auf die europäische Geschichte ausgewirkt hat.
An Hand geeigneter Exponate und Skizzen beantworteten unsere Führerinnen Fragen wie: Was wollten die Römer in Germanien ? Warum kam es zur Schlacht mit einem Verbündeten der Römer – Arminius ? Hat die Schlacht überhaupt an diesem Ort Kalkriese stattgefunden ? Wie gehen Archäologen bei ihren Untersuchungen und bei deren Auswertung vor ? (Datierung z.B. an Hand von Münzfunden) Woher weiß ich, welcher Seite die Knochenfunde zuzuordnen sind ?(Römer waren gut genährt !) Weshalb hat im Laufe der deutschen Geschichte „Hermann – der Cherusker“ eine wichtige Rolle gespielt, wie an der Errichtung des Hermanndenkmals bei Detmold deutlich wird ? (Hermann als Nationalheld im Zuge der nationalen Einigung im 19. Jahrhundert und später im Nationalsozialismus).
Besonders eindrucksvoll ist ein Arrangement in der jüngst eröffneten neuen Ausstellung, bei dem mit 300 Kugeln die drei Legionen des Varus nachgestellt werden. Sie laufen auf Knopfdruck auf das „Schlachtfeld“, wo sie entweder wegen der Sümpfe (Bodenritzen) untergehen, wegen entgegenstehender Germanen oder anderer Hindernisse (die aus dem Boden plötzlich aufragen) oder wegen der Enge des Geländes abgedrängt oder „getötet“ (d.h. versenkt) werden. Am Ende zählten wir ganze 25 Legionäre (Kugeln), die es geschafft hatten, das Gemetzel zu überleben – ein Beweis dafür, dass die List der „Barbaren aus dem Norden“, die Römer in diesen Hinterhalt zu locken, aufgegangen war. Die germanischen Stämme treten hier nicht mehr nur als Krieger hervor, sondern auch als systematische Plünderer (aus Mangel an eigenen Metallen), die ihre fachkundigen Kriegsgefangenen dazu brauchen, ihre eigene Lebensweise und Kriegskunst zu verfeinern.
Von einem eisernen Aussichtsturm, der wie ein Mahnmal in die Höhe ragt, schauten wir auf einen Teil des ehemaligen Schlachtfelds in dem Bewusstsein, dass dies ein Ort ist, an dem viele Tote liegen – auch heute eine Mahnung zum Frieden!
Benedikt Niehues und Sabine Bertram

Kurz notiert
Klausurenphase 4 in EF, Q1, 12 - Pläne online!

